Staedtische Galerie Ueberlingen am Bodensee

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2008

700 Jahre Russische Kunst

Von der Ikone bis zur Moderne

09.05 bis 26.10.2008

Mit rund 90 Exponaten holt die Sommerausstellung der Städtischen Galerie Überlingen vom 09.05. bis zum 26.10.2008 erstmals Höhepunkte der Sammlung Kuchinke in den Süden. Die größte Privatkollektion russischer Kunst Deutschlands konfrontiert auf einzigartige Weise Ikone, Avantgarde und Gegenwart miteinander. Zugleich macht sie Beziehungen zwischen den drei so unterschiedlichen russischen Kunst-Welten offenbar.

Norbert Kuchinke hat mit Leidenschaft, Sachkenntnis und persönlicher Handschrift in den letzten Jahrzehnten eine Sammlung russischer Kunst zusammengetragen, die in Deutschland hinsichtlich Größe, Qualität und Originalität ihresgleichen sucht. Diese Berliner Kollektion besteht aus drei Werkgruppen, die in Überlingen spannungsvoll präsentiert werden: Ikonen des 15. bis 19. Jahrhunderts, deren Inhalte und Darstellungsformeln im 13. Jahrhundert gründen – Gemälde und Zeichnungen der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts – Objekte und Bilder von 1950 bis gegen 1990.

Während die rund 25 Ikonen durch Gold und Farbenpracht, aber auch durch die entrückte Zeichenhaftigkeit der Darstellung faszinieren, provozieren einige der mehr als 30 Avantgarde-Kompositionen vom Beginn des 20. Jahrhunderts auch heute noch das Auge. Die Gegenüberstellung mit den Ikonen zeigt, dass in deren Formelhaftigkeit eine Quelle der futuristischen und gegenstandslos suprematistischen Kunst Russlands liegt. Deutlich greifen die erzählenden, z.T. visionär-rätselhaften Werke der dritten Gruppe aus dem späten 20. Jahrhundert sowohl auf die alte Maltradition wie die Moderne zurück.

Von den nicht bekannten Schöpfern der Ikonen abgesehen, sind 16 Künstlerinnen und Künstler des frühen 20. Jahrhunderts sowie vier aus dem späten 20. Jahrhundert in der Ausstellung vertreten. Die abstrakten oder ungegenständlichen Kompositionen von Iwan Puni (1892–1956) überzeugen in ihrer Sinnlichkeit so sehr, dass diesem heute beinahe vergessenen Künstler fortan der Platz unmittelbar neben seinem Mitstreiter Kasimir Malewitsch zukommt. In volkstümliche, träumerisch-sinnenfrohe Welten entführt Leonid Purygin (1951–1995) die BetrachterInnen seiner Objekte und Gemälde. Er gehört zu den originellsten und rätselhaftesten Künstlern des späten 20. Jahrhunderts in Russland.

Abbildung: Iwan Puni, Komposition (1915-1916) -

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